SER

Die Knowledge Company

SER ist (nun war)- nach eigenen Angaben – ein weltweit führender Hersteller und Anbieter von Knowledge-, Dokumenten- und SER Systems AG Die führende Stellung von SER basierte auf der mehrfach prämierten SERbrainware-Technologie.

Und trotzdem: am 4.7.2002 wurde das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Neuwied beantragt. Die Geschäfte in Deutschland und Österreich sollen allerdings fortgeführt werden. Auf dem Höhepunkt der Geschäfte hatte SER über 1 200 Mitarbeiter,über 5 000 Kundeninstallationen. Schon 1999 musste etwas geschehen; der Vorstand kündigte an, das Dokumenten-Unternehmen in eine Knowledge Management Firma umzuwandeln. Ausschlaggebend war die Kündigung des Poolvertrages durch die Banken am 2.7.2002.

Rahmen für diese interessante historische Hier finden Sie die verfügbaren Rahmen Das Management von SER hatte bereits in 2000 erkannt, dass das Knowledge Management als evolutionäre Weiterentwicklung des Dokumenten Managements anzusehen ist. Und hierfür sagten sie sogleich steht dann für SER ein „im Prinzip grenzenloses Anwenderpotential“ zur Verfügung. Auch die Anzahl der Anwender wurde gleich geschätzt: bis zu 100 Millionen. Und für die weitere Expansion stand nichts mehr im Wege, denn die Zukunft könnte sogar in die „Grössenordnung von einer Milliarde“ gehen. Das Ziel war klar, aber die 100 Millionen Anwender blieben Da nutzten auch die internationalen Studien nichts.

umfangreiches Restrukturierungsprogramm wurde initiiert und die Geschäftsfelder wurden neu festgelegt. Kernpunkte dieser Restrukturierung waren: Zentralisierung der Weiterentwicklung der SERware und Entwicklung eines einheitlichen Managementsystems für Dokumente und Wissen; Aufbau eines Vertriebes durch Fusion der 3 USA-Töchter, Integration der deutschen Vertriebseinheiten und Reorganisation der SER-Firmen in Grossbritannien; ausserdem sollten direkte OEM Vertriebskanäle geschaffen werden.

Umsetzung der Restrukturierung stiess auf erhebliche Probleme – das vorhandene Management musste deshalb ausgewechselt werden. Dies alles führte zu einem Verlust von ca. 25 Mill EUR. Der Auftragsbestand allerdings ware gut, aber es gab Geldschwierigkeiten. Eine Finanzierung über USA-Banken schlug fehl.

Deutsche Banken verlangten daraufhin die vorzeitige Rückzahlung von Krediten. Dies sollte dadurch erreicht werden, dass einige SER-Töchter verkauft werden um damit die Kredite zurückzuzahlen. Die Banken waren

damit einverstanden und es wurde ein sog. Poolvertrag abgeschlossen. Ergebnis:

Die Kredite brauchten vorläufig nicht getilgt zu werden und die durch die Verkäufe erhaltenen Gelder konnte SER für Geschäfte Aber dann haben die Banken doch den Poolvertrag gekündigt und SER wurde insolvent.

Die Firma „IT-Research“ fand heraus, dass das Wissensmanagement mit 50 % pro Jahr wächst. Die Grundlage für

diese Schätzung war:

– die geeignete Software musste bereitgestellt – eine Organisation hilft das verteilte Wissen zu bündeln das Wissen steht dann jedem Mitarbeiter auf Knopfdruck zur Verfügung Die Top 500 Unternehmen in der USA sollen 1999 bereits 12 Mrd. Dollar durch Wissensdefizite verloren haben und bis 2003 soll dies bis auf über 30 Mrd. Dollar steigen.

Die Firma scheint den richtigen Dukatenesel gefunden zu haben.

Damit der Vertrieb zu den Millionen Anwenders auch richtig funktionieren kann musste natürlich eine passende Kaufte ein Kunde direkt bei SER (Direct Sales)so wurde ihm die Installation, die Schulung und Anpassungen angeboten.

Vertriebszweig „Reseller Sales“ kauft der Kunde von einem externen Business Partner die SER-Produkte.

SER-Produkte eignen sich hervorragend zum Einbau in bestehende andere Software-Lösungen. Hier kommt der dritte SER-Vertriebsweg (OEM Sales) zum tragen.

Der Markt für die OEM-sales ist besonders USA, da hier die meisten SW-Firmen ihren Sitz haben.

Nicht zu vergessen sind strategische Allianzen für SER mit Systemintegratoren und Unternehmensberatungen besonders zur Erhöhung der eigenen Wissensbasis um Anwender- und Marktanforderungen kennenzulernen.

Geschäftsverlauf und Ausblick auf Es ist natürlich schwer die vorhandenen 100 Millionen Anwender als Kunden zu bekommen. Der Vorstand sah das auch so und sprach deshalb von erheblichen Kosten und dem dadurch bedingten geringeren Wachstum, die die Umstellung auf das Knowledge Management verursachte. Die gesteckten Ziele mussten deshalb nach unten revidiert werden. Immerhin wurden aber 185 Mill EUR umgesetzt, was einer Umsatzsteigerung von 52 % entsprach.

Das Informationszeitalter bescherte der Menschheit eines im Überfluss: Informationen und die noch durch das Internet überall abrufbar.In der Praxis sieht das jedoch anders aus. Die richtige Info aus der Informationsflut herauszufiltern gelingt immer weniger. Sollen deshalb die Informationen zielgerichtet verwaltet und verteilt werden, dann geht das nur über entsprechend intelligente SW.

Die menschliche Fähigkeit Informationen aufzunehemn und zu speichern hat bei weitem nicht mit der wachsenden Informationsflut Schritt gehalten.

Interessant ist die Aktionärsstruktur.

Insgesamt wurden 15 146 204 Inhaberaktien ausgegeben. Davon hält der Gründer von SER Gert Reinhardt ca. 30 %.

Weitere 10 % halten 4 ehemalige SER-Gesellschafter aus der Gründerzeit. Diese Gesellschafter und Reinhardt bilden den sog. SER-Pool. Ca. 60 % der Aktien werden über die