Leoni, Leonische Drahtwerke
Legende in Draht
Grundlage für LEONI waren die „Leonischen Waren“, Drahtprodukte für kostbare Stickereien und Musiksaiten.
LEONI ist ein weltweit aktiver System- und Entwicklungslieferant für Draht, Kabel und Bordnetz-Systeme. Neben Produkten für die Automobilindustrie umfasst das LEONI-Leistungsspektrum Spezialkabel nach Kundenspezifikation, verkabelte Module, Datenleitungen und Netzwerk-Komponenten, montagefertige Kabelsysteme uva.
mittelfränkische Drahtwerkstatt im 16. Jhd war der Grundstein für den heutigen Global Player LEONI. Im Jahr 1596 begann der Franzose Anthoni Fournier mit einer Handvoll Mitarbeitern in Nürnberg mit der Herstellung feinster Gold- und Silberdrähte für kostbare Stickereien, so genannte Leonische Waren. Seine Söhne betrieben in Nürnberg weitere Fertigungsstätten. Aus diesen Anfängen ging 1917 die Leonische Werke Roth-Nürnberg AG hervor, die heutige LEONI AG.
Im Zuge des industriellen Aufschwungs entstand im 19. Jahrhundert eine blühende leonische Industrie im mittelfränkischen Raum. Mit dem Aufkommen der Elektrotechnik kündigte sich um 1900 ein neuer Produktschwerpunkt an – die Herstellung von Stromkabeln.
Anthoni Fournier gründete in Nürnberg eine Firma zur Herstellung „Leonischer Waren“.
„Leonische Waren“ wird sowohl von der spanischen Stadt Leon abgeleitet, in der solche Waren erstmals gefertigt worden sein sollen, als auch von der französischen Stadt Lyon.
„Lyonische Waren“ (auch „Leonisches Gold“ genannt) ist eine Bezeichnung für aus unedlem Metall hergestellte vergoldete oder versilberte Metallfäden, sowie für Garnfäden, die mit dünnen (vergoldeten) Silber- oder Kupferdrähten umwickelt Die Söhne von Fournier eröffneten
in Roth/Nürnberg weitere Fabriken. Daraus entstanden:
– Stieber & Sohn in Nürnberg – Stieber in Roth – Vereinigte Leonische Fabriken Die drei obigen Firmen schliessen sich zusammen unter „Leonische Werke Roth-Nürnberg“ nach dem Weltkrieg I hatte die Firma mit massiven Exportblockaden zu kämpfen. Außerdem waren die „Leonischen Waren“ – feinste Gold- und Silbergespinste – kaum noch gefragt. Die Produktion wurde deshalb auf Kupferlitzen für die Elektroindustrie umgestellt. In der Automobiltechnik wurden die Karbidlampen durch elektrische Leuchten ersetzt.
Leoni fand in den hierfür erforderlichen elektrischen Leitungen ein neues Leoni geht an die Börse Leoni liefert für die großen deutschen Autohersteller die elektrischen Leitungen. Diese waren verzinnte Kupferleitungen, mit Gummi isoliert und mit Zellwolle umflochten. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit, Öl und Benzin erhielten die Leitungen einen Diese Produkte erhielten den namen „Leondra( von Der Firmenname wird geändert in „Leonische Drahtwerke AG“.
Es werden nicht nur Drähte hergestellt, sondern auch gummiisolierte Leitungen Nach dem der Kautschukimport zum Stillstand kam, wurden statt gummi- nun PVC-isolierte Leitungen produziert.
Nach dem Weltkrieg II stieg die Firma in die Produktion von Steckerleitungen ein Beginn der Kabelsatzfertigung In Kitzingen wird ein neues Werk zur Bau des Werks Kötzting Durch den zunehmenden Komfort der Autos, wurden auch die elektrischen Leitungen zusehends länger und mehr und komplizierter. Porsche verlangte deshalb die Leitungen so dünn und leicht wie möglich zu machen. Der Litzenleiter wurde optimiert und die Diese neuen Leitungen wurden unter der Bezeichnung „FLRY“ deutscher Standard.
Gründung der Tochtergesellschaft Câbleries de Sousse, Tunesien (Kabelsatzfertigung) Gründung der LEONI Vertriebsgesellschaft in Frankreich Durch den Niedergang Grundigs, werden dessen Werke in Nürnberg übernommen Gründung der LEONI Vertriebsgesellschaft in Großbritannien Gründung der Tochtergesellschaft Câblerie du Centre Tunesien (Kabelsatzfertigung), sowie L.D. Intercon, Irland (Kabelkonfektion – später LEONI Ireland).
Die „Westfälische Kupfer- und Messingwerke AG“ (WKM) aus Lüdenscheid wird gekauft.
wurden am 6. April 1898 gegründet – die Messingdrahtfertigung wurde 1980 Stattdessen wird daraus eine Grundstücksgesellschaft gemacht. Die gesamte Produktionsstätte wird an die Leonische verkauft. Die wiederum verkauft ihre gesamten Anteile an der WKM 1993.
Die Autokonjunktur ließ stark nach. Leoni mußte deshalb im Ausland produzieren um die Preise senken zu können. Die ursprünglichen Standorte Kitzingen und Neuburg/Donau wurden deshalb ins Ausland verlagert und haben heute nur noch Gründung der LEONI Tochtergesellschaft in Chicopee, USA (Draht- und Litzenfertigung, Vertrieb).
Übernahme der aurnhammer + benedict GmbH & Co. KG, Weißenburg (Draht- und Litzenfertigung) und Gründung der LEONI Kabelsatz-Produktion in Portugal.
Gründung von LEONI Hungaria, Eger (Kabelsatzfertigung) und LEONI Slowakia, Nova Dubnica Gründung von LEONI Hungaria, Eger (Kabelsatzfertigung) und LEONI Slowakia, Nova Dubnica Gründung der LEONI Cable Assemblies, Logansport (heute in Tucson), USA, (Kabelkonfektion).
Bisher wurden die Kabelsätze nach den Angaben der Hersteller produziert, nun entwickelte Leoni die Bordnetze für die Autos selbst.
Holding-Struktur: Die Leonische Drahtwerke AG firmiert um in LEONI AG und wird Holding. Das operative Geschäft wird aufgegliedert in die – LEONI Draht GmbH & Co. KG – LEONI Kabel GmbH & Co. KG – LEONI Bordnetz-Systeme GmbH & Co. KG Die LEONI Kabel GmbH & Co. KG übernimmt 51% der Geschäftsanteile an der „Protec Kabel Produktion GmbH“, Schmalkalden. Außerdem übernimmt sie die „Protec Kabel GmbH“, Bretzfeld. Protec stellt einbaufertige Spezialkabel-Pakete her, zum Beispiel für Industrieroboter.
Die LEONI Bordnetz-Systeme GmbH & Co. KG wird von der „Porsche AG“ als bester Lieferant des Jahres Die LEONI AG, bislang im SDAX börsennotiert, steigt in den MDAX auf.
In China werden zwei neue LEONI-Werke eingeweiht: der Spezialkabel-Standort LEONI Special Cables (Changzhou) Co. Ltd. und das Draht- und Litzenwerk LEONI Wire (Changzhou) Co. Ltd.
Im neu errichteten slowakischen Standort in Ilava startet auf rund 18.000 m2 die Serienproduktion von Kundenspezifischen Kabelsätzen für den neuen 3er BMW sämtliche Anteile des Stolberger Datenleitungs- und Spezialkabelherstellers „KERPEN“ und wird damit zum führenden deutschen Anbieter von Kabeln und Verkabelungssystemen für die Datenübertragung Als weltweit bester Bordnetz-Partner erhält LEONI vom Automobilhersteller „General Motors“ bereits zum vierten Mal den Titel „Supplier of the year“.
Mit der LEONI HighTemp Solutions schafft LEONI einen neuen Standort in Nordrhein-Westfalen für die Fertigung speziell isolierter Leitungen, die im Wachstumsmarkt Hochtemperaturkabel zum Einsatz kommen.
Umsatz (Mio €) Segmentinformationen nach Regionen (Mio €)