Geschichte der Energieversorgung in Deutschland
Geschichte
der Energieversorgung in Deutschland
Dies ist eine
Zusammenfassung aus folgendem
Link
1882
Die erste deutsche
Blockstation von Paul Reisser/Stuttgart mit Strom für 30 Glühlampen
wird in Betrieb gesetzt.
In Berlin erleuchten Strassenlampen die Leipziger
Strasse, den Potsdamer Platz und die Kochstrasse.
1884
Das erste öffentliche
Elektrizitätsunternehmen in Berlin wird gegründet: AG Städtische
Elektrizitätswerke in Berlin (später
BEWAG).
1885
Am 15. August wurde in der Berliner
Markgrafenstr. das erste deutsche KW in Betrieb gesetzt. Damit konnte ein
Umkreis von 800 m versorgt werden.
1886
Durch das Dreileitersystem erreichte das
Kraftwerk Eberfeld grössere Reichweiten der Stromversorgung
1891
Zur Internationalen Elektro-Technischen
Ausstellung in Frankfurt wurde eine Drehstromübertragung von
Lauffen/Neckar nach Frankfurt verwirklicht. Die Strecke war 175 km und der
Wirkungsgrad der Übertragung 75 %.
1892
In Heilbronn (Lauffen)
wird das erste grössere Wasserkraftwerk eingeweiht.
Die Leistung aller
deutschen KW beträgt 11.6 KW.
1894
Die
Hamburger
Elektrizitätswerke AG wird gegründet (HEW)
1896
Der Verband der
deutschen Elektrotechniker stellt erste Sicherheitsbestimmungen für
elektrische Anlagen auf.
1898
In Essen werden durch
Hugo Stinnes die
RWE
gegründet.
Die Oberschlesischen Elektrizitätswerke werden
gegründet.
1905
Einige Elektrizitätswerke bieten
den billigeren Nachtstrom an
1911
Im Deutschen Reich gibt es 2320
Elektrizitätswerke mit einer Gesamtleistung von 2260 MW
1917
Hochspannungs-Freileitungen werden möglich durch eine
Erfindung Fischingers
Die Elektrowerke AG werden durch das Reich
übernommen.
1921
Gründung der Badischen
Landes-Elektrizitätsversorgung AG (Badenwerk) und des
Bayernwerkes
Die erste Kupfer-Freileitung mit 110 KV führt durch
Berlin
1924
Das
Walchensee-Kraftwerk
mit 124 MW wird in Betrieb gesetzt; das grösste in Europa
1925
Die Vereinigte
Elektrizitätswerke GmbH in Dortmund werden gegründet.
1927
Die Preussische Elektrizitäts AG
wird gegründet (PreussenElektra)
1929
Die Vereinigte Elektrizitäts-
und Bergwerks AG wird gegründet (VEBA)
1930
Es wird errechnet, dass
der deutsche Durchschnittshaushalt ca. 5 KW Strom im Monat benötigt
1935
Das deutsche
Energiewirtschaftsgesetz unterstellt die Stromversorgung der Reichsaufsicht
1938
In Deutschland wird der
Grundpreistarif eingeführt und damit eine Tarifordnung
1939
In Deutschland kostet
eine Kilowattstunde ca. 8 Pfennig
Die 1918 gegründete
Württembergische Landes Elektrizitätsgesellschaft wird in
Energieversorgung Schwaben mit Sitz in Stuttgart umgewandelt (EVS).
1945
die verfügbare
KW-Leistung beträgt in Deutschland nach dem Weltkrieg II 33.5 GW
1948
Die Deutsche
Verbundgesellschaft wird gegründet. Dies ist ein Zusammenschluss der 7
grössten westdeutschen Stromerzeuger
1951
In Amerika (Bundestaat
Idaho) wird er erste Kernreaktor zur Stromerzeugung in Betrieb genommen
1954
Die Stromnetze der DDR und der BRD
werden getennt.
1955
Im KW Weisweiler geht der erste
deutsche 150 MW Turbosatz in Betrieb (RWE)
1957
Die HEW führen als neues
Tarifmodell die Abschlagszahlungen ein.
1960
In Schilling wird das erste deutsche
Ölkraftwerk in Betrieb gesetzt (125 MW)
1961
Das erste deutsche
Versuchs-Kernkraftwerk bei Kahl/Main geht in Betrieb. Die Leistung beträgt
16 MW.
1966
Als erstes deutsche
Kernkraftwerk ist Grundremmingen Block A mit 237 MW fertiggestellt.
1974
Der Block A des
Kernkraftwerkes Biblis mit 1.2 GW Leistung wird in Betrieb gesetzt. Er ist der
bisher grösste Druckwasser-Reaktor der Welt.
1977
Die bisher grösste
Rauchgasentschwefelungsanlage in Wilhelmshaven wird in Betrieb gesetzt.
1978
Das Badenwerk in
Karlsruhe setzt als erstes KW Lichtwellenleiterkabel ein. (Strecke 1811 m)
1980
Die Tarifbestimmungen
werden geändert. Die Rechte der Kunden werden gestärkt.
1983
Durch die neue
Grossfeuerungsanlagenverordnung werden die Emmissionsgrenzwerte für fossil
befeuerte KW festgelegt. Bis 1991 sind fast alle KW mit Entstickungsanlagen
ausgerüstet. Hierfür wurden 22 Milliarden DM aufgewendet.
Das
erste Photovoltaik-KW auf der Nordseeinsel Pellworm geht in Betrieb. Sie dient
zur Stromerzeugung direkt aus Sonnenlicht.
Mit GROWIAN, einer
Windkraft-Versuchsanlage, erproben die RWE und die HEW an der Nordseeküste
die Erzeugung von Strom aus Windenergie.
1987
International wurde die
Nennspannung für Strom auf 230/400 V festgelegt. In Deutschland beginnt
man mit der Umstellung.
1989
Zu Gunsten einer
europäischen Kooperation verzichtet Deutschland auf die Errichtung einer
Wiederaufbereitungsanlage. Diese wird in Frankreich und Grossbritannien gebaut.
Kraftwerke brauchen
ein Stromnetz
Das Kraftwerk
produziert den Strom, zu jedem Kunden muß er über Kupferkabel
geliefert werden. Die meisten Kabel sind als Überlandleitungen mit hohen
Masten verlegt, in den Straßen liegen die Kabel im Boden und verbergen
somit das Kabelwirrwar zu jedem Haus.
Kabel sind sehr
störungsdanfällig, schon bei einer Straßenreparatur kann der
Strom für ein ganzes Stadtviertel ausfallen. Und die schwachen Strommasten
haben schon 2007 für ein fast komplettes „dunkles“ Bundesland NRW gesorgt.
Seitdem wird nicht nur über sichere Kraftwerke, sondern auch über
genauso wichtige sichere Stromleitungen diskutiert.
In Deutschland liegen
ca. 1.7 Millionen km Stromkabel – das dichteste Netz in Europa: aber es ist
„alt“ und die Bundesregierung behauptet, die Kosten für die Durchleitung
des Stromes sind zu hoch und müssen gesenkt werden. Mit Effizienzvorgaben
wurden die Netzentgelte um ca. 10% gesenkt. Die Netzbetreiber sagen nun „wir
haben kein Geld mehr für Investitionen in neue Netze“. Die
Elektrizitätswirtschaft schätzt, daß ca. 40 Milliarden EUR bis
2020 in den Netzauausbau investiert werden müssen.
Der Strom, der das
Kraftwerk verläßt, wird in 4 Spannungsbereiche eingeteilt. Die
überregionale Übertragung benutzt 220.000 oder 380.000 Volt. Diese
Höchstspannung wird aus den Kraftwerken über große Entfernungen
an die Umspannwerke geliefert. Diese Spannung wird auch an das Ausland
geliefert. Die Umspannwerke reduzieren die Höchstspannung auf 110.000 V
(Hochspannung) und 6.000 bis 60.000 V (Mittelspannung).
Die Hochspannung wird an die
Städte oder große Industriebetriebe geliefert. Dort wird die
Hochspannung auf 10.000 V reduziert und in größere Gewerbebetriebe
eingespeist. Für den Haushalt wird mit Niederspannung von 230 V bzw. 400 V
gearbeitet. Also eine weitere Reduzierung der Spannung. All das bedeutet eine
große Anzahl von Umspannanlagen und Transformatoren und alle sind mit
Kabel untereinander verbunden. Und die neuen Windparks benötigen
zusätzliche Kabel – besonders im Norden Deutschlands. Die große
Kabelvernetzung in Deutschland führt dazu, daß kleinere
Stromausfälle meist lokal begrenzt bleiben. Deshalb hat Deutschland die
höchste Sicherheit in der europäischen Stromversorgung. Laut
Statistik fällt der Strom pro Jahr und Kunde für 23 Minuten aus, in
Frankreich beträgt der Stromausfall schon 60 Minuten, in
Großbritannien 87 Minuten und in Italien 91 Minuten.
Durch die Abschaltung der
Kernkraftwerke entsteht eine große Stromlücke – diese kann nur
gefüllt werden durch den Bau neuer Kraftwerke oder durch immensen
Stromkauf im Ausland (besonders von den französischen Kernkraftwerken).
Deshalb plant die Energiewirtschaft den Bau von 31 neuen Stein- oder
Braunkohlenkraftwerken. Dadurch wird der jährliche CO2 Ausstoß um
120 Millionen Tonnen erhöht. Auch Ruß wird natürlich durch die
Schornsteine in die Luft geblasen. Die Standorte der geplanten Kraftwerke zeigt
das linke Bild. Viele Gemeinden wehren sich gegen den Bau. Aber es scheint
keine Alternative zu geben, außer die Abhängigkeit vom Ausland
weiter zu erhöhen. Nach Presseberichten fallen in den kommenden Jahren ca.
27% der deutschen Stromproduktion weg. Zusätzlich werden alte
Kohlekraftwerke immer unrentabler. Außerdem plant die EU ehrgeizige
Klimaschutzziele. Die Stromproduzenten müßten dann teure
Verschmutzungszertifikate kaufen, was die Stromproduktion weiter
unwirtschaftlich machen wird. Und die Franzosen stehen mit ihrem billigen
Atomstrom für das atomkraftwerkfreie Deutschland schon in den
Startlöchern.