Carl Bechstein Pianoforte AG

Bestell-Nr.: DM33r

C. Bechstein AG
Preisliste
Carl Bechstein wurde am 1. Juni 1826
in Gotha geboren und starb am 6. März 1900 in Berlin. Er war ein deutscher
Klavierbauer, der 1853 in Berlin die C. Bechstein Pianoforte-Fabrik
gründete.

Das Können Klaviere zu bauen und das Verständnis
für die musikalischen Zeichen der Zeit waren bei Bechstein voll
ausgeprägt. Das Pianoforte erlebte eine revolutionäre
Perfektionierung und wurde zum prominentesten Ausdrucksmittel der Musik.

Bekannte Komponisten und Musiker bedankten sich bei Bechstein mit Widmungen und
persönlichen Briefen.

Der Bechstein-Flügel wurde von Anfang an zu
einem Maßstab für höchste Klavierbaukunst. Er eroberte die
Konzertbühnen und Kaiserhöfe. Internationaler Ruhm ließ den
Export in alle Kontinente explodieren. Filialen wurden in London, Paris und
Sankt Petersburg gegründet sogar Bechstein-Konzertsäle
entstanden.

Die Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 markierte einen
dramatischen Wendepunkt in der Klavierindustrie – der Absatz brach ein. Es gab
nun Wichtigeres als Musik, nämlich für das pure Überleben zu
sorgen. Der Weltkrieg II endete für Bechstein mit der Zerstörung
seiner Fabriken, dem weitgehenden Verlust des Materials und der
Schließung der Traditionsfirma.

Im Zuge der Entnazifizierung
deutscher Betriebe hatte Bechstein den Einbehalt von Geschäftsanteilen zu
verkraften. Über Jahrzehnte fehlt dem Unternehmen echtes unternehmerisches
Engagement und Initiative. USA-Produkte übernahmen deshalb die
Vorbildfunktion auf dem Klaviermarkt. Erst Ende der 1950er Jahre konnte das
angeschlagene Unternehmen in bescheidenen Schritten die Produktion wieder
aufnehmen. Bechstein gründete Filialwerke in Westdeutschland. Zugleich
erfolgte der Einstieg des US-Konzerns „Baldwin Piano and Organ“ als
Hauptgesellschafter. Deutsche erfahrene Spezialisten kümmerten sich um die
Herstellung der Klaviere, aber dem US-Management fehlte Marktbewußtsein
und Imagepflege.

Ab 1986 gelang der Rückerwerb der Firmenanteile von
„Baldwin Piano and Organ“. Die neuen Gesellschafter waren Fachleute
des Klavier- und Flügelbaus, die Bechstein-Produkte wieder in Berlin
konzentrieren wollten. Die Nachfrage für Bechstein-Spitzenprodukte hielt
unvermindert an.

1992 übernahm Bechstein in Sachsen die
„Sächsische Pianofortefabrik“ in Seifhennersdorf. Innerhalb der
nächsten Jahre entstand hier eine Qualitätsfertigung für
Flügel und Klaviere der Spitzenklasse.

1996 erfolgte die Umwandlung in
eine AG, die 1997 an die Börse ging. 12.000 Namensaktien wurden
ausgegeben. 1999 wurden die Namensaktien auf Stückaktien.

Im Jahre
2003 begann eine Partnerschaft mit dem koreanischen Musikinstrumentenhersteller
„Samick“, der neuer Mehrheitsaktionär wurde.

Wichtige Jahreszahlen der C.

Bechstein AG
1853
Bechstein eröffnet eine
eigene Manufaktur in Berlin und erfüllt die Träume der Musiker durch
die Entwicklung des C. Bechstein Prinzips für Ton und Technik.

1870
Der Bechstein-Export
wächst zwischen 1870 und 1890 stark. Ein großer Flügel kostet
3.000 Reichsmark. Der Firmenumsatz beträgt 1 Million Reichsmark
1880
In Berlin entsteht eine zweite
Produktionsstätte. Carl Bechstein kauft eine Villa am Dömeritzsee in
Erkner, die zum künstlerischen Mittelpunkt wird
1885
Gründung einer Filiale in
London. Die Länder des Commonwealth nehmen den größten Teil der
Bechstein-Exporte ab. Sogar Queen Victoria erwirbt einen reich vergoldeten
Bechstein. Im russischen St. Petersburg eröffnet ebenfalls eine Bechstein
Filiale.

1892
Am 4. Oktober wird in der
Linkstraße/Berlin der Bechstein-Saal eröffnet. Gefeiert wird mit
einem dreitägigen Musikfest, es spielen u.a. Hans von Bülow, Johannes
Brahms und Anton Rubinstein.

1897
In Berlin Kreuzberg entsteht
eine dritte Fertigungsstätte.

1900
Carl Bechstein stirbt. Seine
Söhne Edwin, Carl und Johannes übernehmen die Leitung der
Geschäfte.

1901
Die prachtvolle Bechstein Hall
in der Londoner Wigmore Street bietet Platz für 500 Zuhörer, es
kommen jährlich 300 Konzerte zur Aufführung. Nach der Enteignung im
Weltkrieg II heißt das Konzeerthaus nun Wigmore Hall.

1903
Inzwischen bauen nun 800
Mitarbeiter bei Bechstein 4.500 Instrumente.

1919
1.100 Angestellte bauen 5.000
Bechstein Instrumente. Die Inflation beeinträchtigt den Markt. 1920 kostet
ein Flügel Modell V schon 25.000 Reichsmark. Die Kunden haben kein Geld,
also stellt Bechstein ihnen seine Produkte erst einmal so ins Haus.

Familienzwistigkeiten bei Bechstein nehmen zu.

1923
C. Bechstein wird eine
AG. Der Export in wichtige Länder stagniert wegen hoher Zölle und
Steuern bzw. Einfuhrverboten. 1928 erklärt das berühmte Kaufhaus
Wanamaker, daß es sich geehrt fühlt, Bechsteinflül in New York
vertreten zu dürfen. Das Luftschiff Graf Zeppelin sowie namhafte
Kreuzfahrtschiffe werden mit Bechstein-Flügeln ausgestattet. Bechstein
präsentiert sich auf der Weltausstellung in Barcelona, aber den Kunden
fehlt es an den nötigen finanziellen Mitteln.

1932
Die Weltwirtschaftskrise
führt zu einem starken Preisverfall sowie zum Rückgang der
Produktion. Aber auch Familienstreitigkeiten erschüttern die Firma.

Wachsende Deutschfeindlichkeit beeinträchtigt die Firmenaktivitäten.

Mit der rücksichtslosen Vertreibung und Ermordung jüdischer
Bürger verliert gerade Bechstein einen großen Teil seiner
potentiellen Käufer
1945
Im Weltkrieg II wurden die
Produktionsanlagen gezielt zerstört um die deutsche Konkurrenz für
US-Firmen auszuschalten. Die US-Administration beschlagnahmt das Unternehmen.

Erst 1951 wird die amerikanische Treuhänderschaft aufgehoben
1953
Unter Wilhelm Furtwängler
und Wilhelm Backhaus feiert Bechstein in der Berliner Philharmonie seinen
hundertsten Geburtstag. Berühmte Künstler bevorzugen Bechstein:

Sergiu Celibidache, Leonard Bernstein, Jorge Bolet, Wilhelm Kempff
1954
im süddeutschen Karlsruhe
und Eschelbronn entstehen neue Bechstein Produktionsstätten. Aber trotzdem
beträgt die Jahresproduktion nur 1.000 Instrumente. Das Unternehmen wird
von Amerika aus ferngesteuert, die deutschen Verbraucher werden systematisch
auf amerikanische Produkte ausgerichtet
1963
Der amerikanische „Baldwin
Konzert“ übernimmt die Bechstein Anteile. Über Jahrzehnte fehlt es
dem Unternehmen Bechstein an unternehmerischem Engagement und konsequenter
Marktbearbeitung.

1986
Das Bürgertum leidet unter
einem Werteverfall. Deshalb kämpft auch Bechstein mit zurückgehendem
Flügelabsatz aufgrund von Konjunkturproblemen. Der 38jährige Karl
Schulze, Klavierbaumeister und Unternehmer kauft Baldwin die Berliner
Traditionsmarke ab. Das Konzept greift, die Reorganisation des Unternehmens
gelingt, Bechstein soll bleiben, was es in aller Welt war: ein Name mit
„Klang von Rang“ als integraler Bestandteil universaler Klangkultur
1988
Bechstein eröffnet
in Kreuzberg/Berlin eine neue Produktionsstätte. Die Marken W. Hoffmann
und Euterpe werden zugekauft. Die Klavierproduktion sinkt weltweit um 40%
1992
C. Bechstein erwirbt die
„Sächsische Pianofortefabrik” in Seifhennersdorf/Sachsen Diese
Produktionsstätte wird mit 15 Mio. Euro zu einer der spektakulärsten
Qualitätsmanufakturen von Flügeln und Klavieren ausgebaut
1996
C. Bechstein wird erneut eine
AG
2003
Partnerschaft mit dem
koreanischen Musikinstrumentenhersteller Samick
2005
Samick hält nur noch 39%
der Aktien
Wichtige Kennzahlen der C. Bechstein AG
2002
2003
2004
2005
2006
verkaufte Instrumente
3.779
3.985
4.622
5.192
5.097
Umsatzerlöse (1000
€)
20.250
23.518
25.570
27.578
29.339
Jahresergebnis (1000
€)
1.196
1.424
1.004
1.171
1.915
Dividende €
0,40
0,30
0,35
Mitarbeiter
218
209