Buderus AG
ein deutscher Kesselbauer
270 Jahre Buderus ging am 8.
Mai 2003 zu Ende, als der Bosch-Konzern den Buderus Aktionären ein Übernahme-Angebot von 29,15 € pro Aktie machte. Am 21.Juli 2003 wurden die Aktionäre ausbezahlt.
Wilhelm Buderus pachtete das Holzkohlen-Hochofenwerk „Friedrichshütte“ bei Laubach/Vogelsberg. Die Hütte produzierte Gusswaren und Roheisen.
Das Unternehmen wurde von den Nachfahren Buderus`erweitert und an die Lahn verlegt.
In der Main-Weser-Hütte wurde ein Kokshochofen in Betrieb gesetzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen veranlassten das Unternehmen von Holzkohle auf Koks umzusteigen. Es wurde dabei ein Standort gesucht, der Erzgruben und Eisenbahn in der Nähe hatte.
In der Nähe von Wetzlar baute Buderus schon seit Jahrzehnten Eisenerz ab und Wetzlar hatte einen guten Eisenbahnanschluss durch die Bahnlinien Köln-Frankfurt und Koblenz-Kassel. Die neue „Sophienhütte“ wurde in Wetzlar zwischen den beiden Eisenbahnlinien Der erste Hochofen wurde 1872, der zweite 1873 gebaut.
Buderus wird AG.
Buderus erzeugte einem dem englischen Roheisen ebenbürdige Qualität und verdrängte damit das englische Roheisen vom deutschen Markt.
Die Hüttenwerke der Konkurrenz an Rhein und Ruhr erzeugten kostengünstigeres Roheisen, als die Buderus Werke an der Lahn. Aufgrund des grossen Preisdruckes musste die Main-Weser-Hütte Durch die einseitige Ausrichtung auf konjunkturempfindliche Erzeugung von Roheisen rutschte Buderus 1896 in eine Krise. Die „Mitteldeutsche Creditbank“ gab deshalb ein Darlehen von 3.5 Mio RM.
1885 wurde mit Eduard Kaiser das erste familienfremde Vorstandsmitglied berufen. Das letzte Familienmitglied schied aus dem Vorstand 1896 aus. 1899 wurden die Aktien an der Börse Durch mehrmalige Kapitalherabsetzungen betrug das Grundkapital 1899 nur noch 6 Mio RM. Am 8. April platzierten die Banken die Buderus-Aktie an der Berliner Börse und 4 Tage später an der Frankfurter Börse.
Um nicht nur vom Roheisen abängig zu sein, wurde 1899 ein Zementwerk in Betrieb gesetzt. 1900 erfolgte die erste Kapitalerhöhung um 1.5 Mio RM zur Finanzierung einer Röhrengiesserei Die Main-Weser-Hütte wurde 1905 zurückgekauft. Die Hütte produzierte seit 1898 spezielle Heizkessel Auch in späteren Jahren hatte die Verarbeitung des Roheisens ein eigener Regie hohe Priorität.
Bei Buderus werden zunehmend Teile für Zentralheizungen hergestellt. Deshalb wird die Werkshandelsgesellschaft „Buderus`sche Handelsgesellschaft mbH“ gegründet.
Abhängigkeit beim Bezug von Steinkohle und Koks entstehen konnte, fusionierte Buderus mit der „Bergbau AG Massen“. Hierfür wurde das Grundkapital 22 Mio RM erhöht.
In der Sophienhütte werden zwei Siemens-Martin-Öfen in Betrieb gesetzt – 1917 folgt ein elektrischer Induktionsschmelzofen zur Edelstahlproduktion (Typ Röchling-Rodenhauser).
Zur Abwehr einer drohenden feindlichen Übernahme wurde das Grundkapital um 4 Mio RM durch Ausgabe von Vorzugsaktien mit 5-fachem Stimmrecht erhöht.
Nach der Währungsreform plante die Regierung von Hessen eine Sozialisierung des Buderus Unternehmens.
Deshalb wurden die Erzgruben, die Hochöfen und die Kraftwerke von Buderus abgetrennt und einem Treuhänder unterstellt.
Buderus und das Bundesland Hessen schlossen einen Vertrag über die Sozialisierung. Das Grundkapital der „Hessischen Berg- und Hüttenwerke“ (Berghütte) wurde auf 15 Mill DM erhöht – Buderus erhielt hiervon eine Sperrminorität von 26 %.
Buderus übernimmt die „Kraus-Maffei“ aus Flick übernimmt die Aktienmehrheit von Buderus konzentriert sich auf die Weiterverarbeitung von Stahl und übernimmt hierzu die „Burger Eisenwerke AG“. Dieses Unternehmen stellte Heiz- und Kochgeräte unter dem Markennamen Buderus übernimmt die „Wetzlarer Eisen- und Stahlindustrie“. Flick integriert die Buderus komplett in seinen Konzern. Im gleichen Jahr werden die „Röchling-Werke“ zu 50 % übernommen und heissen nun „Edelstahlwerke Buderus“.
Bei Buderus wird der letzte Hochofen stillgelegt.
Flick vereinigt die Industriebereiche in der „Feldmühle AG“. Diese wurde die Muttergesellschaft der Buderus. Buderus wurde eine reine Finanz-Holding.
Das Stammkapital wurde auf 126.875.000 DM erhöht. Damit wurde der freie Handel von 20% der Aktien verbunden.
Buderus wurde an die „Metallgesellschaft“ verkauft. Hierfür übernahm eine Tochter der „Metallgesellschaft“ alle Nicht-Papier-Aktivitäten der „Feldmühle Nobel AG“.
Der Nominalwert der Buderus-Aktie wird von 100 DM auf 50 DM umgestellt.
Die Metallgesellschaft (mehr Infos hier ) geriet in beträchtliche finanzielle Schieflage durch Ölspekulationen. Die Gesellschaft trennte sich deshalb von ihrer Beteiligung an der „Buderus AG“ in Höhe von 79,9%.
Die Umstellung von DM auf € wurde beschlossen und die Stückaktie eingeführt. Ausserdem erfolgte ein Aktiensplit Buderus gehört nun zu „Bosch“. Die Aktionäre erhielten ein Übernahmeangebot von 29,13 € pro Aktie.