Samuel Insull
Was wäre Thomas Edison und die Elektrizitätswirtschaft ohne Samuel Insull gewesen.
Louisville and Northern Railway and Lighting Samuel Insull war kein Erfinder, aber er war ein Unternehmer und vorallem ein sozialer Unternehmer, er dachte weit voraus, musste aber an Haien wie dem Bankier J.P.Morgan letztlich scheitern.
Die amerikanischen Reichen einschl. der Regierung veranstalteten auf ihn eine wahre politische Hexenjagd.
Insull war schon früh von Edison begeistert, nahm 1878 in England beim dortigen Edison Repräsentanten eine Stellung als Sekretär an. Im Jahr darauf gab es Patentprobleme mit Bell Telephone. Hierzu kam der Chefingenieur von Edison nach England, erkannte das Genie Insull und nahm ihn mit nach den USA. Im Laufe der Zeit übertrug ihm Edison Über den Bankier J.P. Morgan war Edison bereits an der „Edison Electric Light Co.“ beteiligt – aber zu miesen Bedingungen.
1883 wurde die „Edison Construction Department“ zur Herstellung von Der Erfolg war gross – zahlreiche Städte kauften Anlagen. Das fiel natürlich J.P. Morgan auf – er wollte sich die Firma genauso aneignen wie die „Electric Light. Co.“ zuvor.
Insull nahm den Kampf gegen Morgan auf – hatte aber gegen den mit allen Mitteln kämpfenden Morgan keine Chance.
Morgan hatte zwar nicht die absolute Stimmenmehrheit bei der „Electric Light“, aber die Stimmenanteile die Edison hatte, reichten bei weiten nicht.
So brachte Insull die Kleinaktionäre auf seine Seite und der Morgan Spezi Eaton wurde durch einen Mann Edison`s ersetzt.
1889 wurde die „Edison General Electric“ gegründet – mit Sitz nahe Albany (auch dem noch heutigen Sitz von General Electric). 3 Jahre später folgte ein raffinierter Coup von Morgan, der die Firma sich einverleibte. Edison und Insull wurden aus der Firma hinausgeworfen.
DieLouisville Southern Indiana Traction wurde 1903 abenfalls von Insull gegründet. Beide Louisville Firmen gingen später in die „Interstate Public Services“ über.
Insull sanierte oft Versorgungsunternehmen, wurde deren Präsident oder liess sich in Aktien auszahlen, wie hier bei der Louisville Northern Railway and Lighting Co.
Originalunterschrift Insull !
Nach dem Rausschmiss durch J.P.Morgan wurde Insull Präsident der „Chicago Edison Co.“ und dachte schon an ein Superkraftwerk.
immer mehr in Schwierigkeiten und musste fasst alle Edison Beteiligungen verkaufen. Diese wirtschaftlichen Probleme nutzte Insull aus und kaufte den bis dahin weltgrössten Stromgenerator von GE – zu einem geradezu lächerlichen Preis und betrieb das bis dahin grösste KW der Welt in Chicago.
Mit der Einführung des Stromzählers konnte nun genau abgerechnet werden.
Lousville and Southern Indiana Traction Co.
Middle West Utilities 1896 drehte sich auf Grund der Rezession das wirtschaftliche Klima in den USA. Der demokratische Präsidentschaftdskandidat Bryan war gegen die Industrie eingestellt. Banken stoppten Kredite etc. Nur wenige Unternehmen der Strombranche überlebten.
Insull rettete sich mit der Finanzierung über England.
Insull ging Verträge auch mit den Gewerkschaften ein – ein ungeheuriges Vorgehen im arbeitnehmerfeindlichen USA: er führte die 44 Stunden Woche ein, andere Firmen waren noch bei der 60 Stunden Woche.
Insull`s Bruder Martin wurde Präsident der neu gegründeten „Middle West Utilities Co.“, einer Holding von Gas-, Strom und Strassenbahnunternehmen.
Damit machte er sich die New Yorker Banker zum Feind, denn die wollten den Status quo – ja nichts ändern und alle Macht den New Yorker Banken.
Aber Insull hatte gute Verbindungen zu den Gewerkschaften und finanzierte nichts über New Yorker Banken.
J.P.Morgan kaufte bis 1929 alles was Gas und Strom produzierte und was zu kriegen war auf und fasste dies alles unter „United Corporation“ zusammen.
Middle West Utilities wurde 1912 als Holding vieler kleiner Versorgungsunternehmungen gegr. Das Unternehmen wurde fast zum Branchenprimus. Die Aktien stiegen bis auf über 500 $.
J.P.Morgan schaffte es durch Intrigen die Firma 1932 in Konkurs zu Insull Utility Investment wurde 1928 als Holding gegen vermeintlich feindliche Übernahmen gegründet.
(Kennen wir doch von Mannesmann/Vodafone).
Am 4. Oktober 1932 wurde Insull wegen Veruntreuung und Diebstahl öffentlich angeklagt. Er zog sich nach Griechenland zurück, musste dieses aber wieder auf Druck der USA-Regierung verlassen. Alle Anklagen gegen ihn mussten später eingestellt werden: unschuldig in allen Punkten.
Martin Insull der Präsident von „Middle West“ machte einen grossen Fehler: er machte sich Franklin D. Rossevelt zum Feind, weil er ihn wegen dessen Reden gegen die Versorgungsunternehmen angriff. Zudem blitzte Roosevelt wegen mangelnder Qualifikation ab, als er einen Posten bei der „Associated Gas and Electric Co.“ haben wollte. Das vergass dieser wohl nie.
Insull`s Aktien stiegen bis 1929 auf 150 Mio $ und 3 Jahre später sanken sie auf Null.
Pacific Gas & Electric Co.
Insull Utility Investment Am 9.9.1931 machte Morgan seinen grossen Coup, er setzte das Märchen vom todkranken Insull in die Welt und begann die Insull-Aktien leer zu verkaufen. Ende des Jahres hatte Morgan sich das gesamte Insullvermögen