American Brands

Geschichte und Kultur des Tabaks

Tabak hat eine lange Geschichte. Viele Völker betrachten Rauchen als Genuss – aber die Furcht vor Lungenkrebs wird immer stärker. Und gerade dies lässt viele Investoren an einem Investment in Tabakaktien American Brands zog die Notbremse: die Firma wurde im Oktober 1996 zweigeteilt; Die englische „Gallaher Tobacco“ wird verkauft und die restlichen Teile unter dem neuen Firmennamen „Future Brands“ Gallaher ist der führende britische Zigarettenhersteller. Sein Umsatz betrug ca. 6 Mrd. $ in Das waren 50 % des gesamten Konzernumsatzes. „American Tobacco Company“ gehörte ebenfalls der „Gallaher“ und wurde Mit Golfbällen und Alkohol macht nun die „Fortune Brands“ den Umsatz.

„Fortune Brands“ gehört zur „Brown & Williamson“, der drittgrössten US-Tabakgesellschaft.

„Brown & Williamson“ wiederum gehört zur „British American Tobacco Co.“ (BAT), dem zweitgrössten Zigarettenhersteller der Welt.

stellte Phillip Morris wachsendes Interesse für in Papier gerollte Zigarren fest.

1875: produzierte R.J. Reynolds Kautabak.

Während der beiden Weltkriege explodierte der Markt für Tabak, besonders für Camel, Lucke Strike, und Pall Mall. In den 1950ern erklommen die Marken Kent, Winston und die erste Mentholzigarette Salem die In den 1960ern kam die erste Negativwerbung für Tabak auf und die ersten Prozesse fanden statt.

Trotzdem wuchs die Tabakindustrie.

Tabak stellt ein Stück Kultur dar Seit dem es Tabak gibt, haben sich Künstler, Dichter und Musiker mit ihm beschäftigt.

Die Azteken gaben den Toten geweihten Tabak in das Grab und Künstler zeichneten Cartoons mit den Strassen voll qualmender Bürger.

Der spanische Jesuitenpater Jose de Acosta veröffentlichte 1590 ein reich illustriertes Buch über den Gebrauch des Tabaks in Südamerika. Dieses wurde ein Hit und in viele Sprachen William Finch von der holländischen Ost-Indien Company brachte durch den Sklavenhandel in Sierra Leone den Tabak nach Indien. Dort wurde die Wasserpfeife entwickelt. Sie ist auch als Shisha bekannt und erfreut sich heute noch großer Beliebtheit. Es gibt verschiedene Arten, Tabak zu konsumieren. Kau- und Schnupftabak sind heutzutage nur noch ausgesprochen selten gefragt. Das Rauchen von Zigaretten ist die am weitesten verbreitete Weise. Tabakpfeifen werden von Liebhabern genutzt, die das Rauchen zelebrieren. Sie gelten als edler und vornehmer als Zigaretten. Insbesondere ältere Herren rauchen oftmals gerne eine Pfeife oder eine Zigarre in Gesellschaft. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn es etwas zu feiern gibt, wie beispielsweise einen wichtigen Geschäftsabschluss, die Geburt eines Kindes oder eine Hochzeit. Mittlerweile gibt es auch elektronische Alternativen zur Zigarette, bei denen der Tabak verdampft oder nur erhitzt, aber nicht verbrannt wird. Trotz der bekannten Gesundheitsrisiken und der steigenden Tabakpreise, raucht rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland.

Die Geschichte des Tabaks 3000 v. Chr.

Die Ägypter erzeugten während sie ihre Götter anbeteten Rauch durch das Verbrennen von süssen Gewürzen.

600 v. Chr.

Die Priester des Orakles zu Delphi atmeten heissen Rauch aus einer Erdspalte ein, bevor sie ihre Prophezeiung aussprachen. Das war wahrscheinlich der Ursprung des Weihrauchs in den Kirchen.

50 n. Chr.

Der Römer Pliny der Ältere beschrieb in der „Naturalis Historiae“, dass Einatmen des Rauchs von brennendem Ziegenhorn zur Diagnose von Epilepsy diente – und das Einatmen von Rauch brennenden Dungs wurde als Genuss betrachtet.

Die eigentliche Quelle des Tabaks liegt wahrscheinlich in Südamerika. Bekannt ist, dass die Mayas in Mexiko zu religiösen Anlässen rauchten. Der Tabakgebrauch verbreitete sich danach über ganz Südamerika und dann auch zu den Indianern im Norden.

Eine Legende erzählt folgendes: Es gab einmal eine grosse Hungersnot. Alle Stämme kamen zusammen um darüber zu beraten. Sie riefen den Grossen Manitou um Hilfe an. Als Antwort kam ein schönes Mädchen vom Himmel herunter geschwebt. Sie setzte sich und stützte sich mit beiden Händen auf den Boden und erzählte den Menschen, dass sie herunter gesandt wurde um Nahrung zu bringen. Sie sagte es und verschwand wieder in den Himmel. Aber dort wo ihre rechte Hand den Boden berührt hatte, wuchs Mais. Und dort wo ihre linke Hand die Erde berührt hatte, wuchsen Kartoffeln.

Aber dort wo sie gesessen hatte wuchs Tabak.

Die eigentliche kommerzielle Geschichte des Tabaks begann am 12. Oktober 1492 als Christopher Columbus den Boden von San Salvador betrat (ursprünglicher Name war Guanahani). In seinem Tagebuch vermerkte Columbus, dass die dortigen Eingeborenen mit einer brennenden Pflanze herumliefen, deren Aroma sie einatmeten.

Nach der Heimkehr nach Spanien rauchte Rodriguo de Jerez – ein Begleiter Columbus – den Tabak öffentlich in Spanien. Er wurde hierfür von der Spanischen Inquisition für 3 Jahre inhaftiert. De Jerez war somit das erste Opfer der Anti-Raucher Kampagne.

Romano Pane, ein Mönsch der auf Befehls des Papstes Columbus auf seiner zweiten Reise begleitete, schrieb das erste Buch über Rauchen.

Portugal war das erste europäische Land ausserhalb Amerika, das den Tabak anbaute.

Tabak wurde nun sogar in Spanien als Arznei benutzt. In dem Buch „Historia general y natural de las Indias“ schrieb de Oviedo y Valdes: Menschen die Syphilis haben, inhalieren den Rauch von Tabak, um so den Schmerz zu verringern.

In Lisabon wurde Schnupftabak verkauft.

Der französische Mönch Andre Thevet brachte von einer Reise nach Brasilien Tabak mit. Aber dem französischen Botschafter in Portugal, Jean Nicot, wird dies zugeschrieben. Sein Name ist heute noch im Wort „Nikotin“ verewigt.

Tabak wird nun auch in Holland und Rom gehandelt.

Der erste englische Sklavenhändler John Hawkins brachte von einem seiner Sklaventransporte Tabak nach England.

In Deutschland und der Schweiz wird Tabak angebaut.

In den spanischen Kirchen in Südamerika wird der Tabakgenuss verboten.

James VI, König von Schottland, initiierte die erste anti-Raucher Kampagne. Aber er brauchte Geld und kam auf die glorreiche Idee, Steuern auf den Import von Tabak zu erheben. 1908 reduzierte er die Steuer auf 1 Schilling und beauftragte einen seiner Liebhaber mit dem Eintreiben der Steuer. 1615 verkündete er das königliche Monopol auf Tabak, was ihn immerhin 14 000 Pfund jährlich einbrachte.

Zar Michael Feodorowitch erklärte das Rauchen zur tötlichen Sünde und verbot jeden Besitz. Ein Tabakgericht wurde eingerichtet.

Strafen waren z.B. das Aufschneiden der Lippen oder Auspeitschen. Einige Angeklagte wurden kastriert oder falls sie reich waren, nach Sibirien verbannt und ihr Vermögen eingezogen.

Aufzeichungen besagen, dass aus Virginia/USA 3000 Pfund Tabak nach London verschifft wurden und 53 000 Pfund aus James I von England verschärfte das königliche Monopol auf Tabak, indem er den Anbau von Tabak im Umkreis von London verbot. 1 Jahr später verbot er den Anbau in ganz England.

Virginia verschiffte nun bereits 25 000 Pfund Tabak nach London.

Tabak wurde in Europa immer mehr als Heilmittel gegen viele Krankheiten angesehen.

Der französische Kardinal Richelieu brauchte ebenfalls viel Geld – und führte in Frankreich eine Steuer auf das Rauchen ein.

Charles I (Sohn von James I) verbot in seiner Gegenwart zu Rauchen. Aber generell den Tabakgenuss zu verbieten getraute er sich nicht, denn er war knapp an Geld und Tabakimport war eine sichere Einnahme. Da er noch mehr Gekd brauchte, verfügte er, dass alle Tabakhändler von ihm eine Lizenz kaufen mussten.

Der Wind drehte sich; plötzlich war wieder Nichtrauchen in.

1663 bis 1699 Aber die Leute rauchten trotzdem wie verrückt. Die Plantagen in Virginia und Maryland brauchten unbedingt neue Arbeitskräfte. Damit begann der Leidenszug der Afrikaner: Der Sklavenhandel boomte für die Tabakplantagen.

1665 bis 1666 Die Pest raffte Millionen von Europäern dahin. Rauchen wurde als Vorsichtsmassnahme gegen diese tödliche Krankheit angesehen.

Im englischen Eton College mussten die Schüler täglich eine Pfeife rauchen – wer es nicht tat, wurde bestraft.

1689 bis 1725 Der russische Zar Peter der Grosse unterstützte das öffentliche Rauchen – der Wind hatte sich also wieder gedreht.

1701 bis 1740 Die beiden preussischen Könige Friedrich I und Frederick William I waren beide passionierte Pfeifenraucher und veranstalteten Glasgow (Schottland) wurde die neue Hauptstadt des Tabaks, über die Hälfte des Imports nach Europa ging über Glasgow. Glasgow wurde eine reiche Stadt.

Der Tabakimport brachte soviel Geld, das neue Hafenanlagen gebaut werden konnten. Glasgow wurde die „zweitwichtigste Stadt im British Empire“.

1792 bis 1815 Während der Napoleonischen Kriege in Spanien wurde Pfeifentabak knapp – und die Geburtsstunde der Zigaette kam. Aber erst durch die vielen verschiedenen Nationalitäten unter den Soldaten während des Krimkrieges (1856) wurde die Zigarette populär.

Der spanische König Ferdinand VII erliess ein Dekret, dass Kuba erlaubte Zigarren herzustellen.

Zigarrenrauchen war in. Eisenbahnwagen erhielten Raucherabteile, Hotel richteten Raucherräume ein und gaben extra Raucherjacken für die Gäste aus. Die „Nach-dem-Essen-Zigarre“ zusammen mit einem Glas Wein oder Brandy gehörte nun zum Guten Ton.

Der französische Staat eröffnet eine Fabrik zur Zigarettenherstellung. Die ersten 20 000 Stück wurden auf einem Basar in Paris Die erste wirkliche Massenproduktion von Zigaretten fand in Havanna/Kuba statt. Maschinen ersetzte die bisherige Handarbeit.

In Österreich wurde die „Doppelzigarette“ berühmt; von ihr wurden über 16 Millionen Stück verkauft. Die Zigarette war ca. 3 Mal so lang wie heutige und hatte an beiden Enden ein Mundstück. Vor Gebrauch wurde sie in der Mitte geteilt.

Die ersten Sammlerkarten für Zigaretten wurden in Amerika herausgebracht – Tabak war schliesslich die wichtigste Industrie in den USA.

In den USA druckte die Firma „Alan and Ginter“ die Sammlerkarten, in England war es „Glove“. Diese Karten wurden ein begehrtes Sammlerobjekt – speziell unter Kindern.

Wie für alle anderen Sachen, auch für Tabak musste Werbung getrieben werden, schliesslich gab es genug davon und alle Hersteller wollten gut davon leben. Die ersten Kupons führte „Kinnear`s Handicap Cigarettes“ ein. Wer den richtigen Kupon hatte, durfte für ein Wochenende nach Paris reisen. Während des Weltkrieges I wurden die Kupons verboten, in 1926 wieder erlaubt, wieder in 1933 verboten und wieder erlaubt 1956.

In Grossbritanien wurde der Verkauf von Zigaretten an Jugendliche unter 16 Jahren verboten.

Während allen Kriegen stieg der Tabakkonsum gigantisch an – speziell unter den Soldaten. Geniesse die eine noch, es könnte ja die letzte sein. War der Soldat ein Nichtraucher, dann kam er aus dem Krieg als Raucher zurück. Nach dem Kriege hatte sich der Tabakkonsum verdoppelt.

Rauchen wurde so wichtig, dass die Briten ihren Pensionären zusätzlich zur Pension auch noch Gutscheine zum Kauf von Zigaretten ausgaben. Erst 1958 wurde dies eingestellt.

Der erste medizinische Report über „Rauchen und Gesundheit“ wurde von der American Medical Association veröffentlicht. Dieser Report empfahl die Werbung für Tabak einzuschränken, den Verkauf an Kinder zu verbieten, das Rauchen in Öffentlichen Plätzen zu untersagen, die Tabaksteuer beträchtlich zu erhöhen und über den Gehalt an Teer und Nikotin im Tabak aufzuklären. Nach diesem Bericht ging der Verkauf von Tabak zurück. Die Engländer taten 1962 das gleiche.

Herbert A. Gilbert patentiert seine Idee für eine rauch- und tabakfreie Zigarette. Das Konzept der elektrischen Zigarette ging jedoch nicht in Produktion.

In England wird die Tabakwerbung im TV untersagt.

Einige Kinos in England verboten das Rauchen Immer öfter sieht man auch hierzulande „Rauchen Verboten“-Schilder.