Heidelberger Druckmaschinen und Linotype
Spitze in der Druckindustrie
Die „Heidelberger“ ist mit 250 Stützpunkten in 17 Ländern vertreten. 3800 Vertriebsmitarbeiter und 3800 Servicetechniker sorgen für den Umsatz. 80 % des Umsatzes erfolgt im Ausland.
Hamm, Müllersohn aus Frankenthal, gründet 1850 eine Glockengiesserei und Maschinenfabrik. Ab 1856 baute er auch Schnellpressen. Hamm`s Sohn verkaufte die Firma ein Jahr nach dem Tode seines Vaters. Danach erfolgte die Sitzverlegung nach Heidelberg und 1905 die Umwandlung in „Schnellpressenfabrik Heidelberger Druckmaschinen AG Heidelberger Druckmaschinen AG „Heidelberg“ in Jahreszahlen Auf der Bugra-Messe in Leipzig wurde die erste automatische Bogenzufuhr- und Ablagemaschine als Tiegeldruckpresse vorgestellt. Die Presse konnte 1.000 Bogen/h drucken. Die hohe Nachfrage nach der Tiegeldruckmaschine führte 1926 zur Fliessbandproduktion von 100 Maschinen/Monat.
Es erfolgte die Fusion mit der Maschinenfabrik Geislingen.
Zylinder-Schnellpresse – der „Original Heidelberger Zylinder“ – eingeführt. Schon damals gingen 60% der Verkäufe ins Ausland.
Die letzte Druckfachmesse vor dem Weltkrieg II fand statt.
wurde nach dem Weltkrieg II wieder mit der Produktion begonnen. Dabei wurden vorrangig Ersatzteile produziert und die Reparatur der „Heidelberger Tiegel“ und der Zylinderautomaten forciert.
Die erste Druckfachmesse (Drupa) nach dem Weltkrieg II fand 1951 in Düsseldorf statt und wurde durch Initiative des Vorstandes der Heidelberger Druckmaschinen Dr.
Sternberg eingerichtet. Auf die Messe kamen mehr als 200.000 Besucher.
der Messe wurde der „Original Heidelberger Tiegel“ vorgestellt – eine Druckmaschine für bis zu 5.000 Druckbogen pro Stunde.
Die zweite „drupa“ in Düsseldorf zeigte, daß die meisten Druckerein auf dem bewährten Druckverfahren festhalten wollten. Der Offsetdruck war noch nicht akzeptiert, da er von vielen Betrieben als zu kompliziert eingeschätzt wurde.
Der Standort Wiesloch bei Heidelberg wird eröffnet. Wiesloch ist der grösste und modernste Standort der Druckmaschinenherstellung.
Die 100.000 Maschine wird Mit dem Bau von Offsetdruckmaschinen wird begonnen und die „Kleine Offset-Rotationsmaschine“, die „KOR“ auf der „drupa“ vorgestellt“. Innerhalb von 2 Wochen, wurden bereits mehr als 1.000 dieser Maschinen bestellt. Viele Druckerein schwenkten auf dieses neue Verfahren um, auch deshalb, weil das Unternehmen entspr.
Die Firma wird umbenannt in „Heidelberger Druckmaschinen AG“ Die grosse Nachfrage nach Druckmaschinen bringt den Bau einer vollkommen computergestützten Fabrik entschloß sich den Kleinoffsetdruck für DIN A4 und A3 anzugehen. Die „GTO“- Maschine wird vorgestellt. Sie druckt nicht nur bis zu 8.000 Bogen/h, sondern kann auch gleichzeitig noch Nummerieren und Perforieren. Aus der „GTO“ entwickelte sich in den nächsten Jahren eine komplette neue „Vierfarben-Speedmaster“ wird vorgestellt – eine Druckmaschine mit Der Bleisatz war „out“.
Die Digitalisierung begann auch in der Druckindustrie Fuß zu fassen. Das normale Buchdruck-Verfahren hatte keine Zukunft mehr, Offsetdruck war nun inzwischen einfach besser. Auch diese Druckmaschinen erhielten nun eine elektronische Steuerung: die „Computer Print Control(CPC)“.
Auf der „drupa“ wird die „WEB8“, vorgestellt. Eine 8-Seiten-Rollenrotation für den Qualitätsoffsetdruck mit CPC-Steuerung für Farbe und Register.
Der letzte „Heidelberger Tiegel“ verläßt das Werk. Insgesamt wurden mehr als 165.000 „Harris Graphics Corp.“ wird erworben Dieses Jahr prägt den Start in die volle Digitalisierung der Drucktechnik. Die „Heidepߥpߥ?̤?ʤ?ߥ?ߥ@?ߥuerungs- und Diagnoseelektronik. Im gleichen Jahr wird das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum in Heidelberg mit ca. 900 Mitarbeitern eröffnet.
Die erste Offsetmaschine wird vorgestellt, bei der die Druckplatten in der Maschine schon bebildert werden können. Die „Linotype-Hell AG“ wird übernommen, das seinerzeit größte Unternehmen im Bereich der Druckvorstufe. Das Unternehmen möchte der Lösungsanbieter für die gesamte grafische Industrie werden – und kauft deshalb den Druckvorstufen-Spezialisten „Linotype-Hell“, den Hersteller von Rollenwechslern und Trocknern „Stark Contiweb“ (Niederland) und den Hersteller von Buchbindungssystemen und Versandanlagen „Sheridan Systems“ James Ogilvie Clephane wurde 1842 in Washington geboren. Er war ein sehr schneller Schreiber in Kurzschrift, was er auch sein musste, denn er war Gerichtsschreiber beim Obersten Gerichtshof. Nach dem die Schreibmaschine 1867 durch Christopher Sholes erfunden wurde, dauerte es doch bis 1874 zur Produktion. Er zog Charles Moore zu Rate und der Ottmar Mergenthaler. Mergenthaler präsentierte dann eine Maschine und erhielt in 1885 die Summe von $ 300 000 für seine Erfindung.
Mergenthaler gründete daraufhin die „Mergenthaler Linotype Co.“ Mergenthaler wurde am 11.5.1854 in Hachel geboren. Er erhielt eine Ausbildung als Uhrmacher, konnte aber auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Situation nach dem deutsch-französischen Krieg keine Stellung finden. Er wanderte deshalb aus in die USA. Dort fand er 1872 Arbeit in Baltimore. Er arbeitete dort in einer Firma, die Modelle für das US Patentamt herstellte. Er beschäftigte sich lange mit dem Zeitungsdruck und brachte 1886 die Druckmaschine für die New York Tribune heraus. Linotype`s Druckmaschinen revolutionierten das Druckgewerbe. Nun konnten endlich Bücher, Zeitungen und Magazine zu Preisen produziert werden, die auch neue Käufer fanden. Die Linotype Entwicklung ging weiter – insgesamt wurden über 1000 Patente Ottmar Mergenthaler starb am 28. Oktober 1899 an Tuberkulose.
Seine Firma überlebte noch bis 1987, als sie durch Siemens als Linotype-Hell AG Rudolf Hell war ebenfalls ein Pionier und Erfinder auf dem Drucksektor. Er erfand das Faxgerät.
wurde am 19. Dezember 1901 in Eggmühl/Bayern geboren und studierte Elektrotechnik an der Universität in München. 1929 gründete er seine eigene Firma in Neubabelsberg/Berlin zur Herstellung von „Geräten für die elektrische Übertagung von Zeichen“. Dieses Gerät wurde als Hell Recorder patentiert. Siemens übernahm 1931 die Serienproduktion dieser Geräte. Im Weltkrieg II wurde die Firma total zerbombt.
Kiel-Dietrichsdorf begann dann 1949 ein neuer Anfang. Bereits 1951 wird mit der Einführung des „Klischographs“ die Druckindustrie evolutioniert. 1956 ist es dann soweit: das erste Fax-Gerät KF 108 wird vorgestellt. Während der Olympischen Spiele 1960 in Rom werden die Hell-Geräte zur Übertragung von Bilden eingesetzt.
1971 wird die Rudolf Hell KG in die Rudolf Hell GmbH umbenannt und Siemens hält die Mehrheit. 1972 zieht sich Hell von der aktiven Mitarbeit zurück. Siemens übernimmt die Firma komplett 1981. Hell hat insgesamt 133 Patente eingereicht.
übernimmt die Linotype AG die Hell GmbH von Siemens und nennt sich nun Linotype-Hell AG. 1996 übernimmt die Heidelberger Druckmaschinen AG die Rudolf Hell stirbt am 15. März 2002 im Alter von 100 Jahren.
Der Trend zum „print-on-demand“ bringt 1997 eine Joint Venture mit Kodak zum Bau einer digitalen Farbdruckmaschine. Im Dezember 1997 wird die „Heidelberger“ an der Frankfurter Börse notiert. 1999 übernimmt die „Heidelberger“ die Kodak-Sparte „Digital Imaging“ und im gleichen Jahr wird die „Heidelberger Digital“ in Rochester/USA gegründet. Sie ist das Zentrum der digitalen Das Unternehmen feierte in 2000 das 150 jährige Jubiläum. Hierfür weihte die „Heidelberger“ die „Print Media Academy“ ein, die als Zentrum für Wissens-, Qualifizierungs- und Kommunikationszentrum dienen soll.
Aktie max (€) Aktie min (€) Überschuss (Mio €) Umsatz (Mio €) Umsatz Ausland (%) Offset ist das günstigste und ausgereifteste Druckverfahren. 2/3 aller weltweit hergestellten Drucksachen werden so produziert. Bis zu 18.000 Bogen können pro Stunde bedruckt werden. Seit 1962 produziert „Heidelberger“ Offset-Maschinen. Das Verfahren arbeitet mit den Farben Schwarz, Yellow, Cyan und Magenta. Hieraus können fast alle Farbnuancen hergestellt werden. In der Offset-Maschine werden die 4 Grundsfarben nacheinander aufgedruckt. Pro Farbe ist ein eigenes Druckwerk erforderlich.
Die Geschichte der Druckkunst
ist unheimlich interessant. Hier das Wichtigste davon:
Die Entwicklung der Schrift ist eine der Voraussetzungen für die Entwicklung der menschlichen Hochkultur. Nur 26 Buchstaben ermöglichen uns alles eindeutig zu beschreiben. Es wird geschätzt, dass die ersten Schriftzeichen 5000 v.Chr.
entstanden. Die heutige Schrift soll nicht älter als 3000 Jahre sein.
Nun hier eine kleine Chronik.
bis 11. Jhd. v. Chr.
die Griechen übernahmen die 22 phönezischen Konsonantenzeichen und fügten 5 Vokalzeichen hinzu.
Geschrieben wurde von rechts nach links.
bis 7. Jhd. v. Chr.
Die Latiner benutzen „lateinische Schrift“; sie waren ein unbedeutendes Volk am Südwestrand der Ertrusker.
Die Zeichen B, D, O, C kamen aus dem griechischen Alphabet, alle anderen Zeichen von den Ertruskern.
bis 5. Jhd. v. Chr.
Das Schreiben erfolgte nun von links bis 403 v. Chr.
Die griechische Administration legte die Schreibweise fest; Papyrus wurde eingeführt.
bis 3. Jhd. v. Chr.
die Buchstaben Y und Z werden dem bis 2. Jhd. v. Chr.
der Buchstabe U wird dem Alphabet Während der römischen Kaiserzeit benutzte man verschiedene Schrifttypen, die alle in der Unzial-Schrift aufgingen. Diese Schrift bevorzugte runde Formen und war die Hauptschrift der Kirchenliteratur vom 5. bis in das 10. Jhd. n. Chr. Sie bildete die Basis der gotischen Grossbuchstaben – der Capitalis Monumentalis.
Im 11. / 12. Jhd verdrängten westliche Einflüsse den romanischen Schriftstil. Die Buchstaben rückten näher zusammen und wurden in die Höhe gestreckt. Zwischen 1450 – 1600 sorgten die Klöster für die Verbreitung des Schriftlichen. Sie waren Zentren der Kultur und kopierten für Reiche viele religiöse Bücher mit wunderschönen Illustrationen in ihren Bibliotheken.
Das Bildungsinteresse im Bürgertum stieg an. Deshalb war eine Schriftform erforderlich, die ganz Um 1450 erfand Johann Gutenberg den Handguss-Apparat für bewegliche Einzelbuchstaben – das Vervielfältigen war nun möglich. 50 Jahre später gab es schon über 1100 Druckereien in Die Schreibweise änderte sich wiederum. Verwendete das ausgehende Mittelalter keine Grossbuchstaben, so kehrten diese jetzt als „Capitalis Monumentalis“ zurück. Das Doppelalphabet aus Gross- und Kleinbuchstaben wird eingeführt und von den Humanisten vorangetrieben. Die Schriftform „Antiqua“ wird geboren.
Um 1930 beeinflusste das „Bauhaus“ in Dessau auch den Schreibstil. Die berühmte Kunstschule führte die Schrift quasi in einen Standard, deren Schriftzeichen sich von geometrischen Grundfiguren ableiteten.
Im Print- und Nonprintbereich ist die Wahl der Vor- und Nachbreiten eines jeden Buchstabens für die Lesbarkeit von gosser Bedeutung.
Der Kleinbuchstabe „a“ steht nicht nur am Anfang und ist deshalb besonders einprägsam, er vereint auch viele Johannes Gutenberg (1397 – 1486) erfand die beweglichen Lettern und damit den Buchdruck. Nach seiner epochalen Erfindung blieb die Buchdrucktechnik jedoch jahrhundertelang unverändert.
Einzelne Schrifttypen wurden zu Wörtern und Sätzen zusammengefügt, eingefärbt und in der Druckpresse auf Büttenpapier abgedruckt. 1810 erfand Friedrich Gottlob Koenig die erste Druckmaschine, die sogenannte Schnellpresse. Durch die Erfindung der Dampfmaschine wurde der Kraftantrieb für Machinen möglich, dies trieb die Drucktechnik mit Riessenschritten voran.
Der Apple-Macintosh bewirkte in der grafischen Industrie einen solchen revolutionären Umbruch, wie die Schriften von Lenin und Marx in der Politik.