Buderus AG
ein deutscher Kesselbauer
270 Jahre Buderus ging am 8.
Mai 2003 zu Ende, als der Bosch-Konzern den Buderus Aktionären ein
Übernahme-Angebot von 29,15 € pro Aktie machte. Am 21.Juli 2003
wurden die Aktionäre ausbezahlt.
Die Geschichte
der BuderusAG
1731
Wilhelm Buderus pachtete das
Holzkohlen-Hochofenwerk „Friedrichshütte“ bei Laubach/Vogelsberg. Die
Hütte produzierte Gusswaren und Roheisen.
1798
Das Unternehmen wurde von den Nachfahren
Buderus`erweitert und an die Lahn verlegt.
1864
In der Main-Weser-Hütte wurde ein
Kokshochofen in Betrieb gesetzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen veranlassten
das Unternehmen von Holzkohle auf Koks umzusteigen. Es wurde dabei ein Standort
gesucht, der Erzgruben und Eisenbahn in der Nähe hatte.
1870
In der Nähe von Wetzlar baute Buderus schon
seit Jahrzehnten Eisenerz ab und Wetzlar hatte einen guten Eisenbahnanschluss
durch die Bahnlinien Köln-Frankfurt und Koblenz-Kassel. Die neue
„Sophienhütte“ wurde in Wetzlar zwischen den beiden Eisenbahnlinien
gebaut.
Der erste Hochofen wurde 1872, der zweite 1873 gebaut.
1884
Buderus wird AG.
1889
Buderus erzeugte einem dem englischen Roheisen
ebenbürdige Qualität und verdrängte damit das englische Roheisen
vom deutschen Markt.
1890
Die Hüttenwerke der Konkurrenz an Rhein und
Ruhr erzeugten kostengünstigeres Roheisen, als die Buderus Werke an der
Lahn. Aufgrund des grossen Preisdruckes musste die Main-Weser-Hütte
verkauft werden.
Durch die einseitige Ausrichtung auf
konjunkturempfindliche Erzeugung von Roheisen rutschte Buderus 1896 in eine
Krise. Die „Mitteldeutsche Creditbank“ gab deshalb ein Darlehen von 3.5 Mio RM.
1899
1885 wurde mit Eduard Kaiser das erste
familienfremde Vorstandsmitglied berufen. Das letzte Familienmitglied schied
aus dem Vorstand 1896 aus. 1899 wurden die Aktien an der Börse
plaziert.
Durch mehrmalige Kapitalherabsetzungen betrug das Grundkapital
1899 nur noch 6 Mio RM. Am 8. April platzierten die Banken die Buderus-Aktie an
der Berliner Börse und 4 Tage später an der Frankfurter Börse.
1901
Um nicht nur vom Roheisen abängig zu sein,
wurde 1899 ein Zementwerk in Betrieb gesetzt. 1900 erfolgte die erste
Kapitalerhöhung um 1.5 Mio RM zur Finanzierung einer Röhrengiesserei
in Wetzlar..
1905
Die Main-Weser-Hütte wurde 1905
zurückgekauft. Die Hütte produzierte seit 1898 spezielle Heizkessel
und Radiatoren.
Auch in späteren Jahren hatte die Verarbeitung des
Roheisens ein eigener Regie hohe Priorität.
1911
Bei Buderus werden zunehmend Teile für
Zentralheizungen hergestellt. Deshalb wird die Werkshandelsgesellschaft
„Buderus`sche Handelsgesellschaft mbH“ gegründet.
Damit keine
Abhängigkeit beim Bezug von Steinkohle und Koks entstehen konnte,
fusionierte Buderus mit der „Bergbau AG Massen“. Hierfür wurde das
Grundkapital 22 Mio RM erhöht.
1915
In der Sophienhütte werden zwei
Siemens-Martin-Öfen in Betrieb gesetzt – 1917 folgt ein elektrischer
Induktionsschmelzofen zur Edelstahlproduktion (Typ Röchling-Rodenhauser).
1919
Zur Abwehr einer drohenden feindlichen
Übernahme wurde das Grundkapital um 4 Mio RM durch Ausgabe von
Vorzugsaktien mit 5-fachem Stimmrecht erhöht.
1947
Nach der Währungsreform plante die Regierung
von Hessen eine Sozialisierung des Buderus Unternehmens.
Deshalb wurden die
Erzgruben, die Hochöfen und die Kraftwerke von Buderus abgetrennt und
einem Treuhänder unterstellt.
1954
Buderus und das Bundesland Hessen schlossen einen
Vertrag über die Sozialisierung. Das Grundkapital der „Hessischen Berg-
und Hüttenwerke“ (Berghütte) wurde auf 15 Mill DM erhöht –
Buderus erhielt hiervon eine Sperrminorität von 26 %.
1955
Buderus übernimmt die „Kraus-Maffei“ aus
München
1956
Flick übernimmt die Aktienmehrheit von
Buderus
1958
Buderus konzentriert sich auf die
Weiterverarbeitung von Stahl und übernimmt hierzu die „Burger Eisenwerke
AG“. Dieses Unternehmen stellte Heiz- und Kochgeräte unter dem Markennamen
„Juno“ her.
1965
Buderus übernimmt die „Wetzlarer Eisen- und
Stahlindustrie“. Flick integriert die Buderus komplett in seinen Konzern. Im
gleichen Jahr werden die „Röchling-Werke“ zu 50 % übernommen und
heissen nun „Edelstahlwerke Buderus“.
1981
Bei Buderus wird der letzte Hochofen stillgelegt.
1987
Flick vereinigt die Industriebereiche in der
„Feldmühle AG“. Diese wurde die Muttergesellschaft der Buderus. Buderus
wurde eine reine Finanz-Holding.
1992
Das Stammkapital wurde auf 126.875.000 DM
erhöht. Damit wurde der freie Handel von 20% der Aktien verbunden.
Buderus wurde an die „Metallgesellschaft“ verkauft. Hierfür übernahm
eine Tochter der „Metallgesellschaft“ alle Nicht-Papier-Aktivitäten der
„Feldmühle Nobel AG“.
Der Nominalwert der Buderus-Aktie wird von 100
DM auf 50 DM umgestellt.
1994
Die Metallgesellschaft (mehr Infos
hier ) geriet in beträchtliche
finanzielle Schieflage durch Ölspekulationen. Die Gesellschaft trennte
sich deshalb von ihrer Beteiligung an der „Buderus AG“ in Höhe von 79,9%.
1999
Die Umstellung von DM auf € wurde beschlossen
und die Stückaktie eingeführt. Ausserdem erfolgte ein Aktiensplit
1:26.
2003
Buderus gehört nun zu „Bosch“. Die
Aktionäre erhielten ein Übernahmeangebot von 29,13 € pro Aktie.