Fageol Motors Co.

tief verwurzelt im öffentlichen Verkehr

Fageol Motors Co.

Frank R. Fageol wurde 1882 und William B. Fageol 1880 in Ankeny/Iowa geboren.

Mit 17 Jahren baute Frank zusammen mit seinem Bruder das erste „Automobil“ in Iowa – ein Dampfkraftwagen für 8 Passagiere. Mit diesem transportierten sie Fahrgäste von Ankeny zur Messe nach Des Moines.

1904 zogen die Fageol`s nach San Francisco um. In San Francisco stieg Frank bei „California Motor Co.“ ein. Diese Firma war von Louis H. Bill gegründet wurden. Die „California Motor“ zog später nach Ohio um, aber Louis H. Bill blieb in San Francisco. Bill wurde Agent für „Rambler Car“ und stellte 1905 Frank Fageol wie auch dessen Bruder William ein. Nach dem Bill der Generalvertreter von Rambler an der Pazifikküste wurde, bot er Frank Fageol die Rambler Vertretung in Oakland an. Später stieg Bill in die Rambler-Produktion als Manager ein und Frank Fageol übernahm die Rambler Vertretung. Frank hatte damit aber nicht genug zu tuen und gründete die „United Vehicle Co.“, deren Präsident er von 1907 – 1911 war.

Frank`s Bruder William – wie auch andere Verwandte – waren ebenfalls in dieser Firma angestellt. Zum Verkauf der Rambler-Autos gründete Frank 1924 die „Fageol Motor Co.“.

Rambler wurden 1903 – 1913 von „Thomas B. Jeffery Co.“ gebaut. Nach dem Tode von Thomas Jeffery nannte dessen Sohn Charles den „Rambler“ um in „Jeffery“.

Einige Jahre später kaufte Charles Nash die Firma einschl. Frank Fageol`s 1915 fand im Golden Gate Park/San Francisco die Panama-Pacific Ausstellung statt. Edward P. Brinegar erhielt hierfür den Auftrag für den Personentransport. Viele Angebote für Transportmittel wurden abgegeben, aber Fageol konnte sich mit seiner Idee durchsetzen – er bot an einen Traktor zu bauen, der einen Passagierwagen zog. Die Idee war sehr profitabel und nach der Ausstellung wurden die Wagen nach Chicago verkauft.

Durch den grossen Erfolg angespornt, beschlossen die Fageol`s 1917 eine eigene Fabrik zu bauen.

Sie machten sich mit der Fertigung für LKW`s für den Weltkrieg I selbständig. Aber sie hatten auch ein ziviles Standbein – Luxusautos und Traktoren. Das erste Modell eines Busses („Safety Coach“) brachten sie 1923 heraus.

1924 wurde die „Fageol Motors Co.“ in Kent gegründet. Die Geschäfte gingen nicht gut. Deshalb wurde die Firma 1925 an „American Car and Faundry Co.“ in Dayton/Ohio verkauft. Das Geschäft mit Bussen für den öffentlichen Nahverkehr wurde aber durch den Verkauf nicht aufgegeben. 1927 brachten sie den „Twin Coach“ heraus und gründeten die „Twin Coach Co.“ in Kent.

Beide Firmen, die „Fageol Motor“ und die „Twin Coach“, waren für den öffentlichen Verkehr in den USA sehr wichtig. Der Twin-Coach-Typ Bus hatte 2 Motore. Die „Twin Coach Co.“ war für 20 Jahre der zweitgrösste Bushersteller der USA. Neben den Bussen wurden auch Flugzeugteile hergestellt. Auch ein kleiner Lieferwagen für die Postverteilung war im Programm – der „Pony Express“.

1985 verkaufte „Twin Coach“ das Wassersport-Motor Geschäft und zog nach Cheektowga/N.Y um. 1962 wurde die Firma in „Twin Industries Corp.“ umbenannt.

Nach dem „Fageol“ 1925 verkauft wurde, blieb sie bis 1932 selbständig. Aber von 1932 – 1938 wurde das Unternehmen von der „Waukesha Motor Co.“ und der „Central Bank of Calif.“ gemanaged. 1938 erfolgte der Verkauf an den Sperrholzfabrikanten T.A. Peterman in Tacoma/Wash. Peterman baute Armee-LKW für seinen Holztransport um.

Peterman`s Geschäfte gingen so gut, dass er nicht ausliefern konnte, weil ihm LKW`s zum Transport fehlten. So kaufte er 1938 Teile der „Fageol“ um Holztransport-LKW zu bauen. Damit stieg er aber gleich ganz in das Während Henry Ford mehrere Hundert LKW pro Tag baute, sah Peterman sein Geschäftsziel nicht in der hohen Fertigungsanzahl, sondern besonders in der Qualität seiner LKW. 1938 fertigte er 14 LKW pro Tag und 1940 waren es 82 Stück. Die aus „Fageol“-Teilen zusammengebaute Firma nannte Peterman „Peterbilt“.

Erfolg der „Peterbilt“ begründete sich besonders darin, dass die Erfahrungen der LKW-Fahrer in den Bau unmittelbar einflossen.

Traktoren wurden ebenfalls bei „Fageol Motors“ von 1918 – 1923 gefertigt. Ab 1924 wurde dieser Produktionszweig an die „Great Western Motor Co.“ in San Jose abgegeben.

Der Traktor zeigte die typische Fageol Motorhaube – Sägezähne. Diese Sägezähne zeigten auch die Motorhauben der Busse und LKW.